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Das Lächeln eines ernsten Mannes: „Bei Mutti“ – Erwin Wurm in der Berlinischen Galerie

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Man könnte meinen, der Title der Ausstellung „Bei Mutti“ in der Berlinischen Galerie bezieht sich auf unsere deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die mit ihrer Willkommenskultur für Flüchtlinge für Kontroversen gesorgt hat. Doch Wurm meint seine eigene Mutter: Das erste Objekt der Ausstellung ist nämlich eine Nachbildung seines Elternhauses in der Steiermark, wo er geboren wurde. Doch er hat das Haus extrem zusammengestaucht, auf 1,10 Meter, um die Enge und die Provinzialität des österreichischen Alltags darzustellen. Das ist sehr lustig, wenn man das Einfamilienhaus betritt und sich durch den engen Flur schiebt, denn er hat natürlich auch das gesamte Interieur zusammengeschoben, Klo, Telefon, Bett usw..

Bekannt geworden ist Erwin Wurm durch seine One Minute Sculptures, bei denen der Besucher einer Anleitung Wurms folgt, sich mit einem Objekt bestückt, auf ein Podest steigt und so zu einem Teil der Ausstellung wird. So heisst es z.B. zu einem Stuhl, der auf einem Podest steht: „Auf das Podest steigen und Idiot sein.“ Das bekommt jeder hin, schwieriger wird es, sich auf einen Teppich auf ein Podest zu setzen und dabei an Spinozas Konzept zum freien Willen zu denken.

Ich wusste gar nicht, dass Erwin Wurm einer der erfolgreichsten Gegenwartskünstler ist, er wird bei Artfacts.net auf Rang 15 gelistet.

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